Ein Blick mit der Lupe
Seuchen, Tote, Gewalt – das Ausmaß des globalen Trinkwasser-Problems ist viel größer als man denkt. Eine Milliarde Personen haben kein Trinkwasser. Mehr als 3,5 Milliarden Menschen sterben jährlich an Krankheiten, die von Trinkwasser-Problemen verursacht werden – und eine Mehrheit dieser Toten sind Kinder.
Schmutziges Wasser ist die Hauptursache für Seuchen.Weiterhin ist Wasserverschmutzung ein Hauptgrund dafür, dass Kinder nicht in die Schule gehen können, dass die Produktivität der Arbeitsleistung sinkt und dass Gewalt gegen Frauen angewendet wird. Zusammenfassend kann man sagen, dass diese Auswirkungen es beinahe unmöglich machen, den scheinbar unendlichen Kreislauf der Armut in Entwicklungsländern zu beenden.
Wasser-Probleme haben negative Auswirkungen auf das Leben der halben Menschheit – Diese unglaublichen Zahlen sprechen für sich:
- 1,1 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern haben inadequate Trinkwasser-Versorgung und 2,6 Milliarden Menschen haben nicht einmal die einfachsten Sanitäreinrichtungen
- Beinahe zwei Drittel der Menschen mit Trinkwasser-Problemen haben zum Überleben nur USD 2 pro Tag und ein Drittel leben mit weniger als USD 1 pro Tag
- Mehr als 660 Millionen Menschen ohne einfachste Sanitäreinrichtungen leben von weniger als USD 2 pro Tag und mehr als 385 Millionen Menschen leben mit weniger als 1 USD pro Tag
- 85% der reichsten 25% der Weltbevölkerung haben Zugang zu installierten Wasserleitungen. Hingegen haben nur 25% der ärmsten 20% der Bevölkerung diesen Zugang
- 1,6 Milliarden Menschen, die Zugang zu Trinkwasser innerhalb 1 Kilometers haben (allerdings nicht in ihrem Haus oder auf ihrem Grundstück), verbrauchen täglich cirka 20 Liter am Tag.
Im Vereinigten Königreich verbraucht jeder Mensch alleine für die Toilettspülung ca. 50 l pro Tag – insgesamt ca. 150l pro Tag; in den USA ist der tägliche Wasserverbrauch mit ca. 600l pro Tag am höchsten. - Ungefähr 1,8 Millionen Kinder sterben jedes Jahr an den Folgen von Durchfall
- 443 Millionen Schultage werden weltweit aufgrund Trinkwasser verursachter Krankheiten versäumt
- Fast die Hälfte der Bevölkerung von Entwicklungsländern leidet an Gesundheitsproblemen, die von verunreinigtem Trinkwasser stammen
- Millionen von Frauen müssen täglich viele Stunden für die Wasserbesorgung aufwenden – Zeit, die sie sonst für die Erziehung ihrer Kinder oder andere produktive (Haus-)Arbeit nützen könnten
- Neben dem Verlust vieler Menschenleben kommt es zu dramatischen Konsequenzen für die Produktivität, Effizienz und Effektivität der betroffenen Volkswirtschaften, die ohnehin zu den ärmsten Ländern der Welt gehören. Die Länder unterhalb des Sahara-Gürtels verlieren dadurch ca. 5% ihres Bruttoinlandsprodukts, eine Summe von USD 28,4 Milliarden. Diese Zahl ist größer als die internationale Hilfe, die diese Region von den Industrieländern im Jahr 2003 erhalten hat



